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Geschrieben von: Denise Schubert
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Samstag, 03. Oktober 2009 um 18:00 Uhr |
Kunsttherapie Als vergleichsweise junge Arbeitsmethode im therapeutischen Umfeld löst die Erwähnung der Kunsttherapie oft unschlüssige bis erheiternde Reaktionen aus. "Sie sind Kunsttherapeutin? Therapieren Sie Bilder?" Natürlich arbeitet auch die Kunsttherapie mit Menschen. Menschen, die Bilder malen, Menschen, die mit Ton arbeiten, mit Stein, Sand oder Papier, auch Menschen die schreiben und tanzen, ja sogar Menschen, die in ihrem Inneren gar keine Bilder mehr vermuten.
Aber was ist sie nun, die Kunsttherapie? Kunsttherapie wird als therapeutische Disziplin den künstlerischen Therapien zugeordnet. Als Gebiet der Wissenschaft befindet sie sich im Spannungsfeld zwischen Kunstwissenschaft, Psychologie und Pädagogik.
Ein Kunsttherapeut nutzt seine eigenen, durch Schulung und Übung erworbenen künstlerischen Erfahrungen und Impulse sowie kunsttherapeutisches und psychotherapeutisches Fachwissen, um Entwicklungsprozesse seines Klienten / Patienten zu begleiten und zu fördern.
... aber es gibt doch schon so viele Therapien! Das ist richtig, und annähernd jede dieser Therapieformen hat ihre Berechtigung. Kunsttherapie erhebt nicht den Anspruch das Allheilmittel aller Krankheiten zu sein. Aufgrund seiner nachweisbaren Wirksamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik ist der kunsttherapeutische Zugang jedoch nicht mehr aus dem klinischen, pädagogischen und sozialen Feld wegzudenken. Die besondere Anziehungskraft und Wirksamkeit dieser Arbeitsweise geht auf die Symbiose von schöpferischen Fähigkeiten und Aktivierung der Selbstheilung bzw. Selbstentwicklung eines Individuums. Und all diese Dinge finden wir im Bild wieder ...
Das Bild ist der Schlüssel Wir sind von Bildern umgeben, Bilder strömen unaufhörlich auf uns ein. Können wir dieser Flut etwas Eigenes entgegensetzen, können wir die äußeren Bilder in innere umwandeln? Fragen, mit denen sich die Kunsttherapie befasst. Hierzu ein kurzer Exkurs in den "Bildbegriff" der Kunsttherapie. (Detailiertere Informationen werden in einem späteren Beitrag folgen). Für die Kunsttherapie ist nicht nur das ein Bild, was aus Farbe und Papier oder Ton und Stein besteht. Schlicht gesagt - alles ist Bild. Primär liegt der Fokus auf dem Gestalteten - jedoch nicht begrenzt auf das physische Bild, sondern eben auch, auf das, was wir hauptsächlich gestalten - unser Leben. Und durch diesen Zusammenhang wirkt das künstlerische Gestalten in die Lebenswirklichkeit hinein. Grenzen, die im Bild überwunden werden können, sind auch im Alltag leichter zu nehmen. Kunsttherapeutisches Arbeiten ist also als "Probehandeln" zu verstehen, als Erproben von Handlungmöglichkeiten in einem sicheren Raum, im Bild.
Wahrnehmen, Begreifen, Üben, Spielen, Gestalten, in Kontakt treten - Kunsttherapie setzt auf der Ebene des Nonverbalen, des Unausgesprochenen oder manchmal auch Unaussprechlichen an und aktiviert dort das kreative Potential, das in jedem schlummert. Dieses Potential, diese starke Ressource stärkt die innere Selbstheilungskraft, hilft sich neu zu finden, zu orientieren. Hierin wird die doppelte Sinnhaftigkeit kunsttherapeutischen Tuns deutlich - sowohl in der Therapie eines vorhandenen Leidens als auch in der Prävention von Krankheitstendenzen. Kunsttherapie schaut auch zurück in die Vergangenheit, das Hauptaugenmerk liegt dennoch im Hier und Jetzt und dem Weg in die eigene Zukunft.
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